Als ich noch in der Schule war habe ich unheimlich viel gestrickt und hatte jede Menge selbstgestrickter Pullis im Schrank liegen. Damals gab es auch noch richtig schöne Strickzeitschriften mit ausgefallen Modellen, ich habe z.B. jede Ausgabe der Diana gekauft. Je komplizierter das Muster, um so besser - nur glatt rechts Stricken hat mich unendlich gelangweilt. Mein absoluter Lieblingspulli war aus lila Baumwollgarn und hatte ein recht schwieriges Zopf- und wabenförmigem Muster.
Damals war die Wolle auch noch nicht so teuer. Ich habe ein einziges Mal das Experiment gemacht, Wolle bei Rödel zu kaufen. Die war zwar nicht so teuer, dafür war die Qualität nicht gut (wie gesagt, das ist inzwischen über 20 Jahre her). Der Pulli war nach dem ersten Tragen und Waschen doppelt so lang und breit wie vorher. Da ärgert einen dann die viele Arbeit die man in so einen Pulli investiert hat. Dann habe ich in Göppingen einen Wollmarkt entdeckt, der ziemlich billige Wolle hatte. Das war zwar zweite Wahl, dafür hatten sie dort immer besondere Wolle. Schöne Farben, auch mal was ausgefalleneres mit Fransen, Silberfäden etc und die Qualität war spitze. Ich habe von diesen Pullis immer noch welche im Schrank, weil ich mich von Selbstgemachtem so schlecht trennen kann.
Vorletztes Jahr hat mich im Laden Schachenmayr Regia (Sockenwolle) angelacht und ich habe das alte Nadelspiel hervorgeholt und habe meiner Schwester zum Geburtstag Socken gestrickt, weil sie Wollsocken liebt. Das hat sich dann zu einer ganzen Industie entwickelt - plötzlich wollte jeder aus der Familie selbergestrickte Socken haben. Und meist wurde dann gleich nach einem zweiten oder dritten Paar gefragt.
Diese Wünsche habe ich alle erfüllt, da ich sehr gerne stricke. Ausserdem hat man neben dem Fernsehen schön was zu tun, und es hat etwas Meditatives.
Diesen Herbst war mir das ewige Sockenstricken dann doch zu langweilig und ich habe in einer Wohnzeitschrift eine Anleitung für ein Plaid gesehen, das sicher gut in unser Wohnzimmer passen würde. Man benötigt hierfür Loanda von Schachenmayr. Hier in der Nähe wüsste ich keinen Laden in dem man Schachenmayr Wolle zu kaufen bekommt, also habe ich mich auf die Suche nach einem Wollversand gemacht und einen Shop bei eBay entdeckt, der die Wolle sogar günstiger als im Laden verkauft.
Das Muster ist zwar etwas eintönig, da die gesamte Decke kraus rechts gestrickt wird, aber dafür ist die Wolle sehr dick und man bekommt mit 38 Maschen und 76 Reihen ein 50x50cm grosses Quadrat.
So soll das Ganze dann mal aussehen:

Das Bild zeigt leider nicht, dass Loanda langhaarig ist. Zum Stricken darf man keine schwarzen Jeans anziehen, die sind hinterher voll mit Wollfusseln. Ich hoffe, dass das fertige Plaid nicht so fürchterlich haart.
Im Moment graut es mir schon vor dem Moment wo die Strickarbeit erledigt ist und es ans Zusammennähen der einzelnen Teile geht. Fäden vernähen und Zusammennähen habe ich noch nie gerne gemacht, dafür habe ich einfach keine Geduld. Für dieses Plaid werden immer 4 Quadrate aneinandergestrickt, d.h. man nimmt die Maschen für das nächste Quadrat aus der Seitenkante des vorherigen auf. Das reduziert zwar die Anzahl der Quadrate die zusammengenäht werden wollen, es bleiben aber doch noch einige Kanten übrig. Ich freue mich aber schon auf das fertige Ergebnis - die Farben machen sich sicher gut zu unserem hellen Sofa und dem anthrazitgrauen Fliesenboden.